Leon

Leon ist ein waschechter Franzose – ein Griffon. Ich möchte euch heute seine Geschichte erzählen.

Leon lebte mit seinem Bruder bei einem alten Mann. Er sollte wohl als junger Hund ein Jagdhund werden. Doch Leon hatte panische Angst vor Schüsse. Auch sein Bruder war wohl nicht für die Jagd geeignet. Als man das heraus fand, wurde er und sein Bruder misshandelt. Doch es half alles nichts. Beide Hunde waren nicht für die Jagd zu gebrauchen.

Leons Verhalten nach und auch die langen Narben an beiden Flanken, lassen vermuten, dass er wohl nichts gutes erfahren durfte. Er wurde mit seinem Bruder in den Zwinger gesperrt und dort verbrachten sie ihr Leben. Laut Erzählungen wurde der alte Mann krank und musste ins Krankenhaus. Leon und sein Bruder kamen in ein sogenanntes Tierheim. Ihr wisst was das für Einrichtungen sind.

Über eine nicht wirklich nachvollziehbare Tour mit ganz tubiosen Namen im Pass, kam er dann nach Deutschland in ein Tierheim. Leon und sein Bruder waren bereits 10 Jahre. Völlig panisch und voller Angst saßen die beiden nun wieder hinter Gitter. Auch wenn man dort versuchte den beiden Hunden näher zu kommen, war es doch so dass nicht wirklich jemand die Kraft hatte mit ihnen spazieren zu gehen und die Situation in einem Tierheim hilft nicht gerade dazu, Vertrauen zu schaffen, vor allem wenn Tiere wie Leon und sein Bruder nichts Gutes in ihrem Leben erlebt haben.

Es gelang jedoch wenigstens Hubert ein wenig auf zu tauen. Leon jedoch blieb verschlossen und ängstlich.

Beide verbrachten dort ein weiteres Jahr hinter Gittern, bis ich durch eine Abmachung zu Leon kam.

Anfangs war das wirklich schwierig, da ja auch noch Naira hier lebt und sie ist weiß Gott nicht kooperativ mit anderen Hunden. Leon zog wie ein Kaltblut an der Leine. Er kannte weder Geschirr noch nahm er Leckerchen an. Er kannte keine Kommandos und er ließ sich nur anfassen, wenn man ihn einfing. Es gab nichts womit ich ihn hätte locken können. Auch Auto fahren war überhaupt nicht möglich, es sei denn unter Zwang.

Ganz ehrlich, ich wusste wieder einmal nicht was ich mir da nach Hause geholt hatte. Aber mit einem rießigen Selbstvertrauen – wo immer ich das jedesmal her nehme – ging ich die ganze Sache an.

Es dauerte ca. ein Jahr. Leon lernte ein Geschirr an zu bekommen, was er nach einiger Zeit verstand. Denn es wurde mit Spazieren gehen verknüpft, was das einzige war, was er wirklich liebte. Er durfte im Bach baden gehen, was er von Yuma lernte. Ein paar Mal zwang ich ihn auch ins Auto, doch er begriff, dass dies jedesmal ein wunderschöner langer Spaziergang bedeutete. Auch zum Bürsten musste ich ihn zwingen, bis er verstand, das diese Aktion gar nicht mal so schlecht war. Es dauerte ziemlich lange, bis Leon verstand, dass Leckerchen was ganz Tolles sind.

Trotz seines Alters und trotz autistischer Züge, fing Leon an zu verstehen, dass das Leben schön sein kann. Auch wenn Leon kein besonders großer Schmuser ist, genießt er doch heimlich mein „Zwangsknutschen“. Er freut sich wie ein kleines Kind, wenn es heißt „Gassi Gehen“. Er rennt dann ganz aufgeregt wie ein Schaukelpferd zum Tor, grinst über das ganze Gesicht mit kaum mehr Zähnen im Mund und drückt sich dann gegen mein Bein, damit wir endlich los laufen.

Leon kann kein „Platz, Sitz, Fuss“, aber er kann sich freuen. Er genießt sein Leben in vollen Zügen und zeigt mir jeden Tag wie gut es ihm geht. Leon steckt so voller Lebensfreude und Glück, dass es einfach ansteckend ist. Durch seine schüchterne und doch verschmitzte Art, macht es sogar Spaß ihm beim „dieben“ zu beobachten. Denn heimlich schmeckt das geklaute Katzenfutter noch viel besser. Auch wenn es dann aus seinem Auspuff qualmt und ich schier eine Maske aufsetzen muss, macht es einfach nur Spaß ihn bei mir zu haben. Ja, es war sehr schwierig am Anfang und ja, Leon tut sich schwer mit neuen Situationen – er braucht einfach einen gleichbleibenden Tagesablauf, aber dieser Hund ist in den 5 Jahren, die er nun auf der Kleinen Farm ist – so aufgetaut, dass ich mich tierisch in ihn verliebt habe.

Leon sollte uns allen ein großes Beispiel sein. Obwohl er keine schöne Vergangenheit hatte und mit 11 Jahren erst zu mir kam, ist er ein wunderbares Wesen, das alles Schöne genießt und wertschätzt. Er lebt im Jetzt und saugt alles auf, was ihm gut tut. Er sieht die Welt nicht mehr Schwarz, Leon sieht die Welt kunterbunt. Er lebt aus vollen Herzen und dankt es immer mit einem Lächeln.

Genau das sollten wir alle tun, aus vollen HERZEN leben und genießen, die Welt kunterbunt sehen und immer mit einem Lächeln durchs Leben gehen. Leon ist ein Vorbild für uns alle.

Leon wird im April 2020 – 16 Jahre.

3 Kommentare

  1. Pingback: Leon – Hund mit bewegender Geschichte – Farben für´s Leben
  2. Rainer Hartwich · Januar 9, 2020

    Guten Morgen, ich finde deine Motivation, aber auch deine Ausdauer beeindruckend. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß, aber auch viel Kraft, Mit freundlichen Grüßen, rh

    Gefällt 1 Person

    • astridskleinefarm · Januar 9, 2020

      Lieben Dank Rainer… Ich habe soviel Motivation und Ausdauer weil Tiere und die Natur ganz fest und tief in meinem Herzen verankert sind….. lg as

      Gefällt 1 Person

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