10 Jahre Naira

Ich saß heute Mittag so auf meinen Treppen und beobachtete Naira. Da wurde mir bewusst, dass sie nun das Tier ist, dass am längsten bei mir ist. Ja, 10 Jahre ist sie im November bei mir und am Anfang sah das weiß Gott nicht so aus, dass sie bei mir bleiben würde.

Ich fühlte mich völlig überfordert mit einem derartig traumatisierten Hund und Himmel, ich dachte wirklich ich weiß sehr viel über Hunde.

Der Anfang war alles andere als leicht, der ein oder andere kennt vielleicht ihre Geschichte. Noch heute hat Naira zwei Seiten. Wer sie so auf dem Bild sieht, denkt sie wäre eine Knuddelmaus. Das ist sie auch, doch es gibt auch die völlig unsichere Naira, die dann auch z.T. aggressiv sein kann und zupackt.

Zahlreiche „Unfälle“ hat es gegeben und noch heute muss ich jeden Hund ausweichen, jeden Menschen den sie nicht kennt, Radfahrer schneller sehen als Naira und falls sich jemand zu uns verirrt, der Naira nicht kennt und selbst etwas unsicher ist – hinter hier her sein.

Sie hätte nie eine Chance in einer anderen Familie bekommen und auch ich wollte sie mehrmals wieder zurück geben. Gerade die ersten Jahre, war es eine Achterbahn mit ihr und selbst fahrende Autos waren nicht sicher vor ihr. Alles Training, alle Liebe, alle Zuwendung die ich ihr versucht habe zu geben, halfen nicht ihr Trauma zu überwinden.

Doch nach 10 Jahren, die sie nun bei mir lebt, habe ich gelernt sie zu lesen. Sie ist auch heute noch eine der schwierigsten Tiere, die je in meinem Leben waren und ich hatte wirklich schwierige Tiere, dachte ich jedenfalls.

Aber sie kann auch ganz anders. Sie liebt es gekrault zu werden und zu schmusen, sie ist auch hier die einzige, die das Bürsten liebt. Auch das scheren, was wirklich notwendig bei diesem wirklich schrecklichen Fell, ist für sie wie Balsam.

Naira wird bald ca. 12 / 13 Jahre, so genau kann das keiner sagen. Man merkt sehr, dass sie alt geworden ist. Sie hat ihr Verhalten zwar kaum verändert, aber ihr Körper macht nicht mehr so toll mit. Trotzdem geht sie täglich mit auf die Runde, manchmal auch zum Verzweifeln der Jungs. Sie läuft sehr langsam, nur wenn ein „Fremder“ entgegen kommt, merkt man ihr Alter nicht.

Wie ich vor einigen Jahren auch schon in meinem Buch ICH HÖR WAS; WAS DU NICHT HÖRST – beschrieben habe, wird Naira bei mir bleiben, bis sie bereit ist in die Kleine Farm im Regenbogenland zu gehen. Ich habe das mir selbst und ihr versprochen. Wie könnte ich auch anders, mit ihren wunderschönen großen Augen.

Naira ist eben Naira und auch wenn wir viele Schwierigkeiten zusammen bewältigt haben und auch das was noch kommen mag, sie bleibt mein kleiner Eisbär und sie wird nie ein Hund sein, der funktioniert.

Eure Astrid

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